Eine Unternehmenswebsite lebt drei bis fünf Jahre. Danach lädt sie noch, sieht für die Ersteller noch gut aus und erfüllt ihre Aufgabe leise nicht mehr: Besucher kommen, zögern ein paar Sekunden und gehen zum Wettbewerber. Niemand schreibt Ihnen, dass Ihre Seite veraltet wirkt — der Verlust ist still und zeigt sich als weniger Anrufe und Formulare.
Diese Checkliste hat zwei Hälften. Die erste hilft Ihnen ehrlich zu entscheiden, ob ein Relaunch fällig ist. Die zweite ist der Teil, den Agenturen im Verkaufsgespräch gern auslassen: wie Sie neu starten, ohne die über Jahre erarbeiteten Rankings und Links zu verlieren.
Zwölf Anzeichen für einen überfälligen Relaunch
1) Auf dem Smartphone muss man zoomen. 2) Mobil dauert das Laden länger als drei Sekunden. 3) Vollbild-Slider und Stockfotos mit Händeschütteln. 4) Traffic, aber keine Anfragen. 5) Für eine neue Telefonnummer muss ein Entwickler ran. 6) Bei der Suche nach Ihrem Markennamen stehen Social-Profile über Ihrer Website.
7) Der Browser meldet „nicht sicher“. 8) Wettbewerber bieten Online-Buchung, Live-Chat oder WhatsApp — Sie nicht. 9) Ihre Leistungen haben sich geändert, die Website nicht. 10) Sie wissen nicht, wie viele Besucher Sie letzten Monat hatten. 11) CMS und Plugins wurden seit einem Jahr nicht aktualisiert. 12) Dem Team ist der Link peinlich. Drei oder mehr? Lesen Sie weiter.
Auffrischen, neu bauen oder neu positionieren?
Nicht jede veraltete Website muss von Grund auf neu entstehen. Ist die Plattform solide und der Inhalt stark, reichen oft eine visuelle Auffrischung plus Ladezeit- und Conversion-Arbeit — deutlich günstiger. Ist die Plattform alt, Mobil nur angeflickt und kann niemand etwas bearbeiten, kostet Flicken über zwei Jahre mehr als ein Neubau auf dem richtigen Fundament.
Der dritte Fall ist die Neupositionierung: Leistungen, Märkte oder Zielgruppe haben sich verändert. Dann kommt zuerst die Inhaltsstrategie, das Design folgt — eine Website um die falsche Botschaft herum neu zu gestalten macht die falsche Botschaft nur schöner. Ein kurzes Audit zu Ladezeit, Mobil, SEO und Conversion macht den richtigen Weg meist offensichtlich.
Bevor Sie etwas anfassen: erfassen, was Google bereits schätzt
Exportieren Sie jede URL mit organischem Traffic oder Backlinks (Search Console, Analytics, ein Crawl der aktuellen Seite). Diese Liste ist Ihr Erbe. Jede dieser Seiten braucht ein Ziel auf der neuen Website — dieselbe URL oder eine 301-Weiterleitung zum nächstgelegenen Äquivalent. Rankings gehen bei Relaunches vor allem verloren, weil dieser Schritt übersprungen wird.
Notieren Sie aktuelle Titel, Meta-Beschreibungen und Überschriften der wichtigsten Seiten und welche Seiten tatsächlich konvertieren. Die neue Website darf all das verbessern — aber bewusst, nicht aus Versehen.
Die Relaunch-Checkliste
URL-Map mit Eins-zu-eins-301-Redirects, keine Weiterleitungsketten. Titel und Beschreibungen übernommen oder verbessert. XML-Sitemap neu erzeugt und eingereicht, robots.txt geprüft (ein vergessenes „noindex“ vom Staging ist der Klassiker). Analytics und Conversion-Events neu angelegt, inklusive Danke-Seite für Formulare. Strukturierte Daten validiert. Interne Links aktualisiert, damit nichts auf alte URLs zeigt.
Dann Performance: komprimierte Bilder, Lazy Loading, minimale Skripte, ein Core-Web-Vitals-Check auf Mobil vor dem Launch. Zuletzt vier Wochen die Search Console auf Crawl-Fehler und Ranking-Bewegungen beobachten und Rückschritte beheben. Richtig gemacht halten oder verbessern sich die Rankings meist innerhalb eines Monats.
Woran ein Relaunch gemessen werden sollte
Nicht an „sieht modern aus“. Vereinbaren Sie die Zahlen vorab: Conversion-Rate (Formulare, Anrufe, WhatsApp-Klicks pro Besucher), mobile Ladezeit, organischer Traffic auf Kernseiten und wie lange Ihr Team für eine Änderung braucht. Ein Relaunch, der schön aussieht und die Anfragen halbiert, ist gescheitert.
Deshalb gestalten wir zuerst um das Verkaufsgespräch herum — Nutzenversprechen, Beweise, klarer nächster Schritt — und behandeln visuellen Feinschliff als Träger dieser Botschaft, nicht als Ziel.
Das Wichtigste
- Drei oder mehr der zwölf Anzeichen: Der Relaunch ist eine Geschäftsentscheidung, keine Geschmacksfrage.
- Erst auditieren: Eine solide Plattform braucht vielleicht nur Auffrischung plus Ladezeit und Conversion.
- Rankings gehen durch fehlende Redirects verloren, nicht durch neues Design — jede URL mappen.
- Den Relaunch an Anfragen, Ladezeit und Pflegbarkeit messen, nicht an der Optik.
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