Unternehmen entdecken mehrsprachiges SEO meist auf die harte Tour: Sie übersetzen die Website, warten drei Monate, und nichts passiert. Die Seiten existieren, sind indexiert und ranken nirgends.
Fast immer liegt es an einem von drei Dingen — der falschen URL-Struktur, fehlendem oder fehlerhaftem hreflang, oder Keyword-Recherche, die in einer Sprache gemacht und dann übersetzt statt pro Markt neu erhoben wurde.
Eine URL-Struktur wählen und dabei bleiben
Drei Varianten funktionieren: Länderdomains (example.de), Subdomains (de.example.com) oder Unterverzeichnisse (example.com/de/). Für die meisten Unternehmen gewinnen Unterverzeichnisse — sie erben die Autorität der Hauptdomain, sind günstiger im Betrieb, und eine starke Domain schlägt fünf schwache.
Länderdomains lohnen sich, wenn Sie eine eigenständige Gesellschaft, lokale Lager oder eine je Markt abweichende Marke haben. Sind Sie ein Unternehmen, das in mehrere Länder verkauft, sind Unterverzeichnisse fast immer richtig.
hreflang: der Teil, den alle falsch machen
Jede Sprachversion einer Seite muss auf jede andere verweisen, sich selbst eingeschlossen, und die Verweise müssen gegenseitig sein. Nennt Ihre deutsche Seite die englische, die englische aber nicht die deutsche, ignorieren Suchmaschinen das Cluster komplett.
Ergänzen Sie x-default für die Version, die gelten soll, wenn keine Sprache passt. Und prüfen Sie es: Die Auszeichnung ist für Nutzer unsichtbar, also überleben Fehler jahrelang, bis jemand den gerenderten HTML-Code und die Sitemap kontrolliert.
Lokalisierung ist keine Übersetzung
Übersetzte Texte tragen die Annahmen des Ausgangsmarkts mit sich: seine Beispiele, seine Einwände, seine Suchbegriffe. Wer auf Deutsch nach „Individualsoftware“ sucht, tippt nicht die Übersetzung dessen, was ein englischer Käufer eingibt — und die Fragen vor dem Kauf unterscheiden sich ebenfalls.
Machen Sie die Keyword-Recherche in jedem Markt neu und schreiben Sie die Seite um diese Begriffe herum. Das kostet mehr als Übersetzen und ist der Unterschied zwischen Seiten, die existieren, und Seiten, die ranken.
Gleiche Sprache, verschiedene Länder — vorsichtig behandeln
Deutsch für Deutschland, Österreich und die Schweiz oder Arabisch für die VAE und Saudi-Arabien sind getrennte Märkte mit unterschiedlichen Wettbewerbern, Währungen und Erwartungen — aber sehr ähnlichem Text. Trennen Sie erst, wenn Sie die Inhalte wirklich unterscheiden können.
Sonst entstehen fast identische Seiten, die miteinander konkurrieren. Eine starke Seite pro Sprache, mit regionaler hreflang-Ausrichtung wo nötig, schlägt meist vier dünne.
Technische Details, die über die Indexierung entscheiden
Selbstreferenzierende Canonicals auf jeder Sprachversion, damit keine Version stillschweigend auf eine andere zeigt. Lokalisierte Metadaten — eine übersetzte Seite mit englischem Title ist ein verschenktes Suchergebnis. Und eine Sitemap, die jede Sprachversion listet, idealerweise mit hreflang-Angaben.
Rechts-nach-links-Sprachen brauchen echte Aufmerksamkeit: das dir-Attribut, gespiegelte Layouts und die Prüfung, dass Slider, Dropdowns und Formulare auch gespiegelt funktionieren. Ein kaputtes arabisches Layout kostet Conversions, lange bevor es Rankings kostet.
Entscheiden, was Sie nicht übersetzen
Nicht jede Seite verdient fünf Versionen. Tiefe technische Kataloge, Dokumentation und Long-Tail-Referenzinhalte können einsprachig bleiben, während Ihre kommerziellen Seiten — Startseite, Leistungen, Branchenseiten, Kontakt — mehrsprachig werden.
Kennzeichnen Sie solche Links klar, damit der Sprachwechsel nie überrascht, und pflegen Sie den übersetzten Bestand wirklich. Zehn exzellent lokalisierte Seiten schlagen zweihundert maschinell übersetzte, die zunehmend als minderwertig eingestuft werden.
Das Wichtigste
- Unterverzeichnisse (example.com/de/) passen zu den meisten Unternehmen besser.
- hreflang muss gegenseitig sein und Selbstverweis plus x-default enthalten.
- Erheben Sie Keywords pro Markt neu, statt Keywords zu übersetzen.
- Lokalisieren Sie Metadaten, nicht nur den Fließtext.
- Übersetzen Sie weniger Seiten richtig statt alle automatisch.
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